Stadtgeschichte von Dresden

Zwinger in Dresden Die Qualität des Elbtals hat mit mildem Klima und fruchtbarem Boden schon früh Menschen angezogen und so durchstreiften bereits Jäger und Sammler die Auen. Die hier ansässigen Germanen verließen die Gegend in den letzten Zügen der Völkerwanderung im 6. Jahrhundert in Richtung Westen. Etwa zur gleichen Zeit siedelten sich im Elbtal der aus Böhmen stammende Stamm der Nisani an und gründeten links der Elbe das Dorf Drezdany, was Sumpf- oder Auenlandbewohner bedeutet.

Gegen 929 zog Heinrich I. in die slawischen Gebiete, germanisierte und christianisierte diese und richtete auf der Burg Meißen (Misni) den Sitz des Marktgrafen und des Bischoffs ein.
An Stelle der heutigen Frauenkirche stand bereits im 11. Jahrhundert ein Gotteshaus, es trug den Namen Unser Lieben Frau und war aufgrund eines mildtätigen Marienbilds Pilgerstätte für das Volk. Ende des 12. Jahrhunderts wird bei dem wichtigen Elbübergang nahe Drezdanys eine Burg errichtet.

In einer Urkunde von 1206 wird Drezdany erstmals erwähnt und 1216 in einer weiteren bereits als marktgräfliche Residenz und als civitas (Stadt) bezeichnet. 1216 wird die heute noch existierende Kreuzschule im Stadtteil Blasewitz/Striesen gegründet.

Die Entwicklung der Stadt im Mittelalter ist zunächst eher zaghaft: Ende des 14. Jahrhunderts hatte Dresden ein Franziskanerkloster, zwei Spitäler und ca. 6000 Einwohner.
Der Fortschritt beschränkte sich zunächst auf das linke Elbufer, während das 1403 mit Stadtrecht ausgestattete Altendresden hinterher hinkte. 1429 belagert ein hussitisches Heer die Stadt und verwüstet große Teile. Als 1485 das Erbe der Meißner Herzöge unter den Söhnen Herzog Friedrichs II. aufgeteilt wird kommt Dresden an Albercht den Beherzten und ist bis heute albertinische Residenz. Vom 15.-16. Juni 1491 wütet in der Stadt ein verheerender Brand.

Auf Albrechts Sohn, Herzog Georg der Bärtige, ein großer Gegner der Reformation geht die Verstärkung der Stadtbefestigung von 1521-1528 zurück und der Bau Georgenschlosses von 1534-1537. Durch das höfische Leben enstand bald ein Ballungsraum für Handel und Kultur.
Nach dem Tod Herzog Georgs führten dessen Nachfolger Heinrich der Fromme auch hier im Jahr 1539 die Reformation ein. 1547 erhielten die albertinischen Fürsten als Folge des Schmalkaldischen Kriegs die Kurwürde, was erheblich zum Ausbaut ihrer Macht beitrug. 1548 wird mit der Hofcantorei der Vorläufer der sächsischen Staatskapelle gegründet und auch der Grundstein für die sächsische Kunstsammlung gelegt.

Im dreißigjährigen Krieg beteiligt sich Kursachsen ab 1620 abwechselnd auf schwedischer und auf kaiserlicher Seite. Auch wenn Dresden nicht erobert wird, so ist sie doch durch Krankheit, Ernteausfälle und Zerstörung der Umgebung schwer angeschlagen. Dennoch gelang es in den folgenden Jahrzehnten rasch, an den alten Glanz anzuknüpfen, was besonders der Förderung der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Stadt durch den kurfürstlichen Hof zu verdanken war. 1617 ruft man Heinrich Schütz als Hofkapellmeister nach Dresden, der große Garten wird als höfisches Festgelände angelegt und 1670 entstehen in der neugegründeten Friedrichsstadt erste Manufakturen. Als 1689 Kurfürst August der Starke die polnische Königskrone erhält und Dresden zur europäischen Hauptstadt wird, brechen blühende Zeiten für die Stadt an. Das 1685 abgebrannte Altendresden wird wieder aufgebaut und ab da Dresden-Neustadt genannt.

Hof und Adel geben umfangreiche Bauten und bedeutende kunsthandwerkliche und künstlerische Werke in Auftrag. 1711 errichtet Pöppelmann den Zwinger und das Taschenbergpalais, 1715 das Japanische Palais und 1721 werden die Pilnitzer Anlagen fertiggestellt. Unter der Leitung des Dresdner Baumeisters George Bähr entsteht zwischen 1726 und 1743 die Frauenkirche.
Die Kathedrale entsteht unter Friedrich August II. zwischen 1738 bis 1754 nach Entwürfen des italienischen Baumeisters Gaetano Chiaveri. Im August 1756 besetzen preußische Truppen die Hauptstadt Sachsens, dessen Herrscher nach Warschau fliehen. Dresden ist in den folgenden Jahren mehrfach Opfer von Belagerungen, ganze Vorstädte brennen ab und im Sommer 1760 zerstört preußischer Beschuß unter Friedrich dem Großen weite Teile des Stadtzentrums. Dresden wird dadurch in tiefe Depression gestürzt, die einstige Residenz- und Kulturstadt ist an Einwohnerzahl geschrumpft und versinkt in der politischen Provinz. Doch wird am Wiederaufbau hart gearbeitet und die Stadt darüber hinaus noch erweitert. 1764 gründet man die Akademie der Künste. Mit dem Eintreffen Caspar David Friedrich 1798, entwickelt sich die Stadt zu einem Zentrum der deutschen Frühromantik. Auch Novalis, E.T.A. Hoffmann und Kleist halten sich längere Zeit dort auf.

Am 25. Oktober 1806 besetzen französische Truppen für kurze Zeit Dresden.
Ende Dezember des gleichen Jahres wird Dresden Königsstadt, nachdem Kurfürst Friedrich August III. zum Rheinbund beitritt und die Königswürde annimmt. Napoleon weilt mehrfach in Dresden, 1813 ist die Stadt ein zentraler Punkt seiner Aktivitäten. Er hat sich hier an beiden Ufern der Elbe mit seinem ganzen Heer aufgestellt und Pirna, den Lilienstein, den Königsstein und Stolpen in seine taktischen Überlegungen mit einbezogen, so dass die Gegend einem großen verschanzten Heerlager gleicht. Schließlich erringt er hier im August 1813 in einer blutigen Schlacht vor den Toren Dresdens einen seiner letzten Siege.

Nach der Zeit der napoleonischen Herrschaft bestimmt nicht mehr nur der königliche Hof die Dresdner Stadtentwicklung: Industriebetriebe entstehen, 1825 eröffnet die Technische Bildungsanstalt, das sog. Polytechnikum und 1839 wird mit der Eisenbahnlinie Leipzig-Dresden die erste Fernbahn Deutschlands in Betrieb genommen. Der Wunsch nach politische Reformen und einem modernen, demokratischen Staat, entläd sich im gescheiterten Maiaufstand des Jahres 1849, an dem u.a. Wagner und Gottfried Semper beteiligt waren. Vom 23. Dezember 1850 bis zum 15. Mai 1851 finden in Dresden die Ministerkonferenzen der deutschen Staaten statt. Die Stadt wächst weiterhin, in den Jahrzehnten nach 1850 entstehen die für Dresden typischen Industriezweige Feinmechanik - Optik und Genußmittel (Schokolade, Zigaretten). Nach der Gründung des Deutschen Reichs 1871 beherbergt die Stadt eine der größten Garnisonen, für die umfangreiche Kasernen errichtet werden. 1872 geht die erste Straßenbahnlinie in Betrieb.

Nach 1900 erlangt Dresdens Oper weltweiten Ruhm durch Richard Strauß und als sich 1905 die Künstlergruppe 'Brücke' gründet, wird die Stadt zu einem Zentrum des Expressionismus. Die Novemberrevolution 1918 zwingt König Friedrich August III. zum Abdanken, der Freistaat Sachsen entsteht. 1930 eröffnet das Deutsche Hygienemuseum.
Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 werden jegliche progressive Strömungen unterbunden.

In der Nacht von Karneval auf Aschermittwoch im Februar 1945 wird das Zentrum Dresdens und weite Teile der Vorstädte durch fünf aufeinanderfolgende Luftangriffe fast vollständig zerstört. Berühmte Bauten, wie Oper, Zwinger, Schloss, Taschenbergpalais brennen völlig aus. Am Morgen des 15. Februar stürzt die ausgeglühte Kuppel der Frauenkirche in sich zusammen.
Am 8. Mai 1945 besetzt die sowjetische Armee Dresden.

Auch in DDR-Zeiten bemüht man sich Dresden als wichtigen Standort zu bewahren, aber trotz erheblicher Anstrengungen gelingt es nur bedingt, die alte Bedeutung des Industriestandortes Dresden wieder zu erlangen. Wichtige kulturelle Traditionen bleiben allerdings bewahrt und werden durch einzelne herausragende künstlerische Leistungen fortgeschrieben. Anfang der fünfziger Jahre beginnt der Wiederaufbau im Stadtzentrum. 1964 ist die Rekonstruktion des Zwingers abgeschlossen. Weitere wichtige Bauten wie Hofkirche, Johanneum, Albertinum, Stallhof und 1985 die Semperoper entstehen erneut. Die neun Hochschulen, darunter die 1961 zur Universität erhobene Technische Hochschule, sichern die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt. Im Oktober 1989 beginnt mit den Massendemonstrationen der Aufbruch gegen den alten Staat, Dezember 1989 erfolgt die friedliche Besetzung der Zentrale des Staatssicherheitsdiensts.

Nach der Wiedervereinigung erlangt Dresden 1990 eine neue Struktur und seine alte Bedeutung als Hauptstadt des wiedergegründeten Freistaates Sachsen zurück. Im Jahr 2002 wird die Gegend von der Jahrtausendflut getroffen. Im Juli 2004 erklärt die UNESCO das Dresdner Tal und die angrenzenden Gebiete entlang der Elbe zum Weltkulturerbe. Die Wiedereröffnung der Frauenkirche, für deren Renovierung weltweit gespendet wurde findet im Herbst 2005 statt.
Basierend auf der urkundlichen Ersterwähnung vom 31.03.1206 feiert Dresden im Jahr 2006 sein 800jähriges Stadtjubiläum.